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Für Unternehmen, die Textilien nach Deutschland und in die DACH-Region (Österreich, Schweiz) exportieren, DIN 4102-B1 ist mehr als nur ein technischer Standard – es ist ein obligatorischer „Marktpass“. Insbesondere in der weltweit renommierten deutschen Messebranche (z. B. Messe Frankfurt, Hannover Messe) und im öffentlichen Bausektor ist ein B1-Zertifikat eine unverzichtbare Voraussetzung für alle Stofflieferanten.
DIN 4102-B1 ist die Brandschutzklassifizierung für „schwer entzündbare“ Materialien gemäß dem Deutschen Institut für Normung (DIN).
Obwohl die Europäische Union auf die Einheit drängt EN 13501-1 Die Norm DIN 4102-B1 gilt weiterhin als maßgebliche Richtlinie für die deutsche Geschäftspraxis und Brandschutzprüfungen. Für organische Materialien wie Textilien, Vorhänge und Teppiche ist B1 in der Regel die höchste erreichbare Sicherheitsklasse.

Bevor wir uns mit den Klassifizierungen befassen, ist es entscheidend festzustellen, ob Ihr Produkt unter die verbindliche Geltung der DIN 4102-B1 fällt. Das Kernprinzip lautet: Alle dekorativen Textilien, die in öffentlichen Gebäuden angebracht werden und hängend oder nicht tragend sind, müssen die Klassifizierung B1 erreichen.
Deutschland ist das Weltzentrum der Messewirtschaft. Die Brandwache ist hinsichtlich der Standbaumaterialien äußerst streng. Textilien ohne gültige Zertifizierung müssen entwedertelentfernt oder vor Ort mit teuren Flammschutzmitteln behandelt werden.
Dies umfasst permanente Installationen intel, Theatern, Museen, Schulen, Flughäfen und Bürogebäuden.
Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Großformatdruckverfahren müssen alle Textilien für den Innenbereich, darunter Netzgewebe, Flaggenstoffe und Textilien für Displayrahmen, den geltenden Normen entsprechen.
Die deutsche Bauordnung (MBO) klassifiziert Materialien anhand ihres Brandverhaltens in nicht brennbare (Klasse A) und brennbare (Klasse B) Materialien. Für die Textilindustrie liegt der Fokus auf der Klasse B:
| Klasse | Deutsche Beschreibung | Englische Bedeutung | Status für Textilien |
|---|---|---|---|
| A1 / A2 | Nichtbrennbar | Nicht brennbar | Bei Textilien ist dies selten anwendbar. Beschränkt auf Glasfaser- oder Metallfasergewebe mit minimaler organischer Beschichtung. |
| B1 | Schwerentflammbar | Schwer zu entzünden | Der Konformitätsstandard. Selbstverlöschend nach Entfernung der Flammenquelle; keine Brandausbreitung. Dies ist die zwingende Mindestanforderung für öffentliche Bereiche. |
| B2 | Normalentflammbar | Normale Entflammbarkeit | Wohnstandard. Nur für private Wohnräume gestattet. Auf Messen und in öffentlichen Gebäuden strengstens verboten. |
| B3 | Leichtentflammbar | Leicht entzündlich | Verboten. Leicht entzündliche, nicht selbstverlöschende Materialien (z. B. Baumwolle, Papier) sind auf allen Baustellen strengstens verboten. |
Die Erlangung eines B1-Zertifikats ist anspruchsvoll. Ein Stoff muss zunächst den Kleinbrennertest der Klasse B2 bestehen (Flammenausbreitung darf die markierten Werte innerhalb von 15 Sekunden nicht überschreiten), bevor er für den primären B1-Test zugelassen wird.
Der B1-Test verwendet ein Gerät, das als … bekannt ist. Brandschacht (Feuerschacht), entwickelt, um das Brennverhalten von Textilien in vertikaler Aufhängung zu simulieren.
Das Urteil für B1 ist streng und basiert auf dem, „was übrig bleibt“.
Oftmals herrscht Verwirrung bezüglich der Frage „Ist B1 besser als M1?“ oder „Hat die EN-Norm DIN ersetzt?“. Nachfolgend finden Sie einen detaillierten Vergleich auf Basis technischer und marktbezogener Gegebenheiten:
| Vergleichsdimension | DIN 4102-B1 (Deutschland) | EN 13501-1 (EU Allgemein) | NF P92-503 M1 (Frankreich) |
|---|---|---|---|
| Testmethode | Brandschacht (Feuerschacht) + Schornsteineffekt | SBI (Einzelner Brenngegenstand) + Kleine Flamme | Elektrischer Brenner (Strahlungswärme) + Zündung |
| Äquivalente Klasse | B1 | Rund Klasse B-s1, d0 oder C-s1, d0 | Rund B1 (Vergleichbare, aber unterschiedliche Kriterien) |
| Tropfend | Relativ tolerant: Tropfen von geschmolzenem Material sind zulässig, sofern sie keine Sekundärentzündung verursachen oder gegen die Längenanforderungen verstoßen. | Spezifische Unterklassifizierung: d0 (keine Tropfen), d1, d2. | Äußerst streng: Jegliche Tropfen geschmolzenen Materials führen zum sofortigen Versagen von M1 (Herabstufung auf M2). |
| Marktstatus | Bevorzugt in Deutschland. Die gemeinsame Sprache für Fachmessen und etablierte Architekten. | Bevorzugt für juristische Dokumente. Verpflichtend für die öffentliche Auftragsvergabe in der EU und die CE-Kennzeichnung. | Bevorzugt in Frankreich/Belgien. Standard für die Luxus- und Modebranche. |
Experten-Tipp: Obwohl EN 13501-1 die rechtliche Nachfolgenorm ist, ist „B1“ in der deutschen Geschäftskommunikation weiterhin die gängigste Bezeichnung. Erfüllt Ihr Produkt die Anforderungen der EN 13501 Klasse B-s1, d0, gilt es im Allgemeinen als den Anforderungen der DIN 4102-B1 entsprechend.
Bei der Stoffauswahl sollten Sie neben der Zertifizierung auch den Einsatzzweck und die Haltbarkeit berücksichtigen. Um einen problemlosen Einsatz bei deutschen Messen oder Bauprojekten zu gewährleisten, empfehlen wir, Stoffe anhand folgender Kriterien zu priorisieren: BEGOODTEX Inhärente Flammschutzmittel ( IFM ) Technologie. Im Gegensatz zu Beschichtungen, die sich zersetzen können, sind IFM Fasern vontelaus flammhemmend, sicherer und umweltfreundlicher.
Hier sind spezifische B1-konforme Stoffempfehlungen für verschiedene Szenarien:
Bei Anwendungen, die Spannung oder Rahmenumwicklung erfordern, reißen herkömmliche beschichtete Stretchgewebe beim Dehnen häufig, wodurch die Fasern freigelegt werden und die Brandsicherheit beeinträchtigt wird. Wir empfehlen:
Für hoch angebrachte Werbetafeln in Messehallen liegt der Fokus auf geringem Gewicht und formstabilen Kanten. Wir empfehlen:
Theater und Konferenzräume benötigen schwere, wärmespeichernde Stoffe, die höchste Flammschutzklassen erfordern. Wir empfehlen:
NEIN. Das ist ein teurer Irrtum. Deutsche Brandschutzinspektoren sind äußerst streng und akzeptieren in der Regel nur DIN 4102-B1 oder EN 13501-1. Die Verwendung eines amerikanischen Zertifikats auf einer deutschen Messe birgt ein hohes Risiko, dass der Messestand abgebaut werden muss.
Ja. Die Gültigkeit hängt von der Materialart ab. Für inhärent flammhemmende ( IFM ) Materialien wie BEGOODTEX ist das Zertifikat in der Regel gültig für 5 JahreBei nachbehandelten (beschichteten) Materialien verliert das Zertifikattelnach dem Waschen seine Gültigkeit, wenn auf dem Etikett „Nicht waschbar“ steht.
Die Tests müssen von einem Labor durchgeführt werden, das DAkkS Akkreditierung durch eine deutsche Akkreditierungsstelle oder internationale Anerkennung (z. B. SGS, TÜV, Intertek). Liegt der Bericht in einer Fremdsprache vor, ist für die Verwendung in Deutschland eine notariell beglaubigte deutsche oder englische Übersetzung beizufügen.
DIN 4102-B1 kennt im Gegensatz zur französischen Norm M1 keine Nulltoleranz für Tröpfchen. Solange die Tröpfchen keine Entzündung des Filterpapiers am Boden verursachen (Nachentzündung) und die Restlänge der oberen Probe innerhalb der zulässigen Grenzen bleibt, gilt das Material als bestanden. Dies verleiht Polyestergeweben eine gewisse Anpassungsfähigkeit bei der B1-Prüfung.