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EN 13501-1: Brandschutzklassifizierung für Textilien, die in die EU exportiert werden

Stoßen Sie bei Ausschreibungen für europäische Bauprojekte häufig auf Anforderungen hinsichtlich Wandverkleidungen, Akustikpaneelen oder Spanndecken, um … „Euroklasse B-s1, d0“?

Dies ist die Auswirkung von EN 13501-1 (Brandklassifizierung von Bauprodukten)Als einheitliches Brandschutzklassifizierungssystem, das durch die EU-Bauprodukteverordnung (CPR) vorgeschrieben ist, bewertet es mehr als nur die Brennbarkeit eines Materials. Es beurteilt streng „Rauchproduktion“ Und „Flammende Tropfen.“ Für Textillieferanten ist das Verständnis und der Erwerb dieser Zertifizierung die unerlässliche Voraussetzung für den Zugang zum europäischen High-End-Architekturmarkt.

1. Was ist die Norm EN 13501-1? (Definition & Anwendungsbereich)

EN 13501-1 ist das europäische Normensystem zur Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten. Die Kernlogik betrachtet Textilien als „Konstruktionselemente“ und nicht als einfache Stoffe und bewertet deren Sicherheitsniveau durch die Simulation realer Brandszenarien.

Obligatorischer Hintergrund: Die Grundlage für die CE-Kennzeichnung

Nach EU-Recht ist jedes Dekorationsmaterial, das „dauerhaft integriert“ Produkte, die in Gebäuden verwendet werden, müssen gemäß dieser Norm geprüft werden, um die CE-Kennzeichnung zu erhalten und in den EU-Mitgliedstaaten verkauft werden zu dürfen. Diese Norm ersetzt ältere nationale Normen (wie beispielsweise die deutsche DIN 4102 B1, die französische M1 oder die britische BS 476).

Europäische Baunorm EN 13501-1
Europäische Baunorm EN 13501-1

Kritische Unterscheidung: EN 13501-1 vs. EN 13773

Dies ist ein häufiger Irrtum in der Textilindustrie. Der Unterschied liegt in der Installationsmethode:

  • EN 13501-1 (Bauprodukte): Gilt für Materialien geklebt, mechanisch befestigt oder gespannt auf Gebäudeoberflächen. Beispiele: Wandverkleidungen, Akustikpaneele, Spanndecken, Teppiche, feste Trennwände.
  • EN 13773 (Gardinenstoffe): Gilt für hängende Stoffe freiBeispiele: Vorhänge, Gardinen.

Experten-Tipp: Obwohl Vorhänge theoretisch unter die Norm EN 13773 fallen, fordern Architekten bei anspruchsvollen Projekten wie Flughäfen oder Theatern häufig, dass Vorhänge zusätzlich der Norm EN 13501-1 B-s1, d0 für einheitliche Sicherheit entsprechen. In solchen Fällen muss die Prüfung eine Installation mit einem Luftspalt simulieren.

2. Das Euroclass-System entschlüsseln: „B-s1, d0“ verstehen

„B-s1, d0“ stellt die physikalische Grenze und die optimale Gesamtleistung für organische Textilien gemäß EN 13501-1 dar. Es besteht aus drei Dimensionen:

Primäre Klassifizierung: Reaktion auf Feuer (Klasse A – F)

Bewertet den Beitrag des Materials zur Brandausbreitung:

KlasseDefinitionLeistungsfähigkeit von Textilien
Klasse A1/A2Nicht brennbarTypischerweise Stein, Metall oder Glas. Nur sehr wenige speziell behandelte Glasfasergewebe erreichen die A2-Klasse.
Klasse BSehr begrenzter BeitragDie höchste Klassifizierung für Bio-Textilien. Sehr langsame Brandausbreitung ohne Risiko eines Flashovers.
Klasse CBeschränkter BeitragLässt eine begrenzte seitliche Flammenausbreitung zu, muss aber innerhalb einer bestimmten Zeit von selbst erlöschen.
Klasse DAkzeptabler BeitragViele unbehandelte, gängige synthetische Fasern fallen in diese Kategorie.
Klasse E/FBrennbar/Nicht geprüftSchnelle Entzündung bei Zündung; hohes Risiko.

Zusätzliche Klassifizierung: Rauchproduktion(en)

Da Rauch eine der Hauptursachen für Opfer bei Bränden ist, ist diese Kennzahl von entscheidender Bedeutung:

  • s1 (Beste): Minimale Rauchentwicklung; langsame Raucherzeugungsgeschwindigkeit. Vorgeschrieben für Wandverkleidungen in Fluchtwegen.
  • s2 (Mittel): Geringe Rauchentwicklung.
  • s3 (Schlecht): Keine Einschränkung; erzeugt starke Rauchentwicklung. Viele PVC-Wandverkleidungen erreichen nur dieses Niveau.

Zusätzliche Klassifizierung: Brennende Tröpfchen (d)

Behebt das Risiko des Schmelzens und Abtropfens von synthetischen Fasern (wie Polyester):

  • d0 (Beste Wahl): Keine brennenden Tröpfchen/Partikel. Erforderlich für Deckenmembranen.
  • d1 (Mittel): Die Tröpfchen bleiben weniger als 10 Sekunden bestehen.
  • d2 (Schlecht): Kontinuierlich entstehende brennende Tropfen können Bodenmaterialien entzünden und Sekundärbrände verursachen.

3. Erläuterung der Testmethoden: SBI & Strahlungswärme

Um eine Klassifizierung zu erhalten, müssen Materialien eine Reihe strenger Prüfungen bestehen. Die Prüfmethode hängt vom Verwendungszweck des Materials ab.

Wand- und Deckenprüfung (EN 13823 SBI + EN ISO 11925-2)

Um die Klassen B, C oder D zu erreichen, müssen Wandmaterialien zwei Prüfungen bestehen:

  1. EN ISO 11925-2 (Kleinflammenprüfung): Die Eintrittsschwelle. Zur Überprüfung der Zündung wird eine kleine Flamme 30 Sekunden lang direkt an die Probe gehalten.
  2. EN 13823 (SBI – Einzelbrennstoff): Der Kerntest. Er simuliert einen Brand, der in einer Zimmerecke mit einem 30-kW-Propanbrenner über 20 Minuten entsteht. Gemessen werden dabei die Brandausbreitungsrate (FIGRA), die Rauchausbreitungsrate (SMOGRA) und die seitliche Flammenausbreitung (LFS).

Bodenbelagsprüfung (EN ISO 9239-1)

Teppiche und Bodenbeläge verwenden die fl Suffix (z.B. Bfl-s1Der Kerntest ist nicht SBI:

  • EN ISO 9239-1 (Strahlungswärmestrom): Simuliert die Wärmestrahlung eines Feuers in einem angrenzenden Raum. Es misst, wie weit sich die Flammen horizontal über den Boden ausbreiten (kritischer Wärmefluss – CHF).

4. Detailanalyse: Schlüsselfaktoren für die Bewertung von Textilien

Warum erreicht ein Polyestergewebe die Kriterien B-s1, d0, während ein ähnlich aussehendes Gewebe bei C-s3, d2 durchfällt? Bei der Prüfung durch SBI wird das Ergebnis durch die mikroskopische chemische und physikalische Struktur des Textils bestimmt.

A. Faserzusammensetzung: IFM vs. FR-Behandlung

Bei der angestrebten Klassifizierung „s1“ (geringe Rauchentwicklung) ist der interne Flammschutzmechanismus entscheidend.

  • Beschichtetes FR (Nachbehandlung): Traditionelle Baumwolle oder Polyester, behandelt mit flammhemmenden Chemikalien. Die Schwäche: Die Chemikalien befinden sich an der Oberfläche. Bei ihrer Zersetzung durch Hitze erzeugen sie oft erhebliche Mengen an Rauch (was zu einer s3 Bewertung). Die Wirksamkeit nimmt auch nach dem Waschen ab.
  • Inhärente FR ( IFM ): Modifizierte Polyesterfasern (z. B. vom Typ Trevira CS). Der Vorteil: Flammschutzmittel werden in die Polymerkette eingebaut. Bei der Verbrennung schrumpft die Faser und bildet eine Kohleschicht, die den Sauerstoffzugang blockiert und so die Rauchentwicklung stark reduziert. Dies ist der Goldstandard für die Erreichung der höchsten Flammschutzstandards. B-s1, d0.

B. Physikalische Struktur: Der Einfluss von Gewicht und Dichte

Die physikalische Form des Gewebes hat einen direkten Einfluss auf die Brandausbreitungsrate (FIGRA).

VariableAuswirkungen auf das TestenExpertenanalyse
Gewicht (GSM)Höheres Gewicht = Mehr KraftstoffverbrauchMissverständnis: Viele gehen davon aus, dass dickere Stoffe schwerer entflammbar sind. Bei SBI-Tests (Small Bleeding Inflammatory) stellen schwere Stoffe jedoch eine größere Brennstoffmenge dar. Ist der Flammschutz unzureichend, setzen schwerere Stoffe mehr Wärme (THR) frei, was die Brandschutzklasse potenziell herabsetzt.
Webart/OffenheitLuftdurchlässigkeitKamineffekt: Offenmaschige oder atmungsaktive Stoffe lassen Sauerstoff durch und fördern so die Verbrennung. Diese Stoffe benötigen in der Regel höhere Konzentrationen an Flammschutzmitteln als dicht gewebte Stoffe.

C. Risiken bei der Systemmontage

Ein Hauptgrund für das Nichtbeachten der Vorschriften ist die Vernachlässigung des Installationssystems. Im Gegensatz zu Vorhängen werden Wandverkleidungen mit ihrem Installationssystem geprüft. Klebstoff und SubstratIst das Gewebe saugfähig, kann herkömmlicher Klebstoff in die Fasern eindringen und dort als Brandbeschleuniger wirken. Die Prüfungen müssen daher mit anorganischen oder schwer entflammbaren Klebstoffen durchgeführt werden.

D. Oberflächenbehandlungen: Das versteckte Risiko

Designer wenden häufig UV-Druck oder Thermotransferverfahren auf Textilien der Klasse B1 an. Dies birgt erhebliche Risiken. Ölbasierte Farben oder vollflächiger Druck können eine brennbare Schicht auf der Oberfläche bilden und so eine schnelle Flammenausbreitung (FIGRA-Spitze) verursachen. Zudem erzeugen viele wasserfeste Beschichtungen (wie Fluorkohlenwasserstoffe) bei hohen Temperaturen giftigen schwarzen Rauch, wodurch die Schutzklasse von S1 auf S3 herabgestuft wird.

5. Auswahlstrategien für Ingenieurdienstleistungen: Vermeidung von Compliance-Risiken

Die Klassifizierungen nach EN 13501-1 sind präzise. In Ingenieurprojekten kann die Wahl des falschen Suffixes (z. B. s3 statt s1) zu Fehlern bei der Prüfung führen. Basierend auf Daten von Industrielaboren (wie dem BEGOODTEX Lab) ergeben sich folgende technische Empfehlungen für verschiedene Szenarien:

Strategie 1: Öffentliche Wandflächen (Rauchkontrolle)

In geschlossenen Räumen wietel oder Flughafenterminals sind stark rauchende Materialien der Kategorie „s3“ oft verboten. Viele PVC-Verbundwerkstoffe sind zwar schwer entflammbar (Klasse B), erzeugen aber dichten, schwarzen Rauch.

Empfehlung: Priorisieren PVC-frei Materialien. IFM Polyester-Wandverkleidungen werden empfohlen, da sie typischerweise nur geringe Mengen an weißem Rauch erzeugen, was die Erreichung der Anforderungen erleichtert. s1 Standard. Branchenführer wie BEGOODTEX standardisieren B-s1, d0 für ihre hochwertigen Wandbekleidungslinien.

Strategie 2: Deckenanwendungen (Tropfen verhindern)

Das größte Risiko für Decken geht von „brennenden Tropfen“ aus. Standardmäßige synthetische Stoffe schmelzen und tropfen beim Erhitzen (d2-Klassifizierung), wodurch der darunter liegende Boden möglicherweise entzündet wird.

Empfehlung: Bei Spanndecken oder abgehängten Schallwänden muss sichergestellt werden, dass das Material einer entsprechenden Prüfung unterzogen wurde. physikalische Modifikation gegen FallenlassenGeeignete Materialien sollten unter Hitzeeinwirkung schrumpfen und verkohlen/karbonisieren, anstatt sich zu verflüssigen, und erfüllen somit die folgenden Anforderungen: d0 Erfordernis.

Strategie 3: Streng zwischen „Wand“ und „Boden“ unterscheiden

Ein häufiger Fehler bei der Einhaltung von Vorschriften ist die Verwendung von Prüfberichten für Wandbeläge auch für Bodenbeläge. Die Prüfsysteme sind völlig unterschiedlich.

Empfehlung: Verwenden Sie niemals einen Prüfbericht der Klasse B für Wände auf Bodenbelägen. Verlangen Sie vom Lieferanten für Teppiche oder Bodenbeläge unbedingt einen Prüfbericht gemäß den geltenden Normen. EN ISO 9239-1 mit dem „fl“ Suffix (z. B. Bfl-s1).

6. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Frage 1: Ich besitze ein deutsches DIN 4102 B1-Zertifikat. Kann dieses EN 13501-1 ersetzen?

NEIN. Obwohl die Klassifizierungsstufen ähnlich sind, unterscheiden sich die Prüfmethoden erheblich (B1 verwendet einen Schornsteintest; EN 13501 verwendet den SBI-Eckentest). Die aktuelle EU-Bauprodukteverordnung (CPR) erkennt nur EN 13501-1 an. Ältere B1-Berichte sind für die formelle Projektabnahme in der Regel ungültig.

Frage 2: Warum ist meine Wandverkleidung schwer entflammbar, aber hinsichtlich Rauch nur mit S2 oder S3 eingestuft?

Dies liegt üblicherweise an der chemische ZusammensetzungHalogenbasierte Flammschutzmittel löschen Brände zwar schnell, erzeugen aber erhebliche Rauchmengen. PVC-Beschichtungen sind ebenfalls eine Hauptursache für starke Rauchentwicklung. Um die Schutzklasse S1 (geringe Rauchentwicklung) zu erreichen, sind in der Regel halogenfreie Flammschutzsysteme oder modifizierte Polyesterfasern erforderlich.

Frage 3: Was ist ein DOP-Dokument? Warum benötigt der Kunde es?

DOP steht für LeistungserklärungEs handelt sich um ein im Rahmen des CE-Kennzeichnungssystems obligatorisches Dokument. Der Lieferant muss eine formelle Erklärung abgeben, in der er die Verantwortung für die Konformität des Produkts mit den Leistungsdaten gemäß EN 13501-1 übernimmt. Ohne diese Erklärung darf das Produkt in der EU nicht gehandelt werden.

Frage 4: Gibt es Textilien der Klasse A2 (nicht brennbar)?

Selten. Nur reine Glasfasergewebe mit minimaler Harzbeschichtung erreichen möglicherweise die Klasse A2-s1, d0. Für herkömmliche organische Fasern wie Polyester oder Baumwolle liegt die physikalische Grenze bei Klasse B. Seien Sie vorsichtig bei Angaben zur A2-Klassifizierung für gewöhnliche Polsterstoffe.