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EN ISO 11612: Erläuterung der Normen und Leistungscodes für hitze- und flammenschützende Kleidung

Im Bereich der industriellen Sicherheit En iso 11612 ist der Goldstandard für die Bewertung der Leistungsfähigkeit hitze- und flammbeständiger Schutzkleidung. Für Einkäufer in der Öl- und Gasindustrie, der Metallurgie, der Energieversorgung und der Fertigungsindustrie ist das Verständnis der AF-Leistungskennzahlen dieses Standards unerlässlich, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten und die Sicherheit der Beschäftigten zu schützen.

Dieser Leitfaden bietet eine umfassende Aufschlüsselung der Prüfmethoden nach EN ISO 11612, die Bedeutung der sechs Leistungsmodule (AF) sowie die wesentlichen Unterschiede zwischen dieser Norm, der Schweißnorm EN ISO 11611 und der amerikanischen Norm NFPA 2112.

En iso 11612
En iso 11612

Was ist EN ISO 11612?

DE ISO 11612: 2015 Die internationale Norm für Schutzkleidung (Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen) legt die Leistungsanforderungen für Schutzkleidung aus flexiblen Materialien fest. Ihr Hauptzweck ist der Schutz von Arbeitern vor Verbrennungen zweiten Grades bei kurzzeitiger Einwirkung von Flammen, Strahlungswärme oder Spritzern geschmolzenen Metalls.

Wichtigste Fakten:

  • Obligatorische Ausgangslage: Alle Stoffe, die dieser Norm entsprechen, müssen zunächst den Code-A-Test (Begrenzte Flammenausbreitung) bestehen.
  • Ausnahmen: Diese Norm gilt nicht für bauliche Brandschutzausrüstung (siehe EN 469) oder spezielle Schweißerschutzausrüstung (erfordert in der Regel EN ISO 11611).

Welche Branchen benötigen EN ISO 11612?

EN ISO 11612 ist eine vielseitige Norm für industriellen Hitzeschutz. Dank ihres modularen Aufbaus ist sie in verschiedenen Branchen mit thermischen Gefahren anwendbar. Wenn Ihre Arbeitsumgebung die folgenden Risiken birgt, ist diese Zertifizierung in der Regel obligatorisch:

  • Öl & Gas: Zur Vermeidung von Stichflammen auf Bohrplattformen und in Raffinerien (oft in Kombination mit antistatischer EN 1149-5).
  • Energieversorgung & Strom: Um zu verhindern, dass Kleidung durch elektrische Lichtbögen entzündet wird (oft in Kombination mit IEC 61482-2).
  • Metallurgie & Gießereien: Hochrisikobereiche mit Spritzern von geschmolzenem Metall (Schwerpunkt auf den Codes D und E).
  • Automobil- und allgemeine Fertigung: Montagelinien mit Funkenbildung und Wärmeübertragung.
  • Zement- und Glasherstellung: Tätigkeiten im Zusammenhang mit Hochtemperatur-Ofenbetrieb (Schwerpunkt: Strahlungswärme gemäß Code C).

EN ISO 11612 Kernprüfverfahren und technische Parameter

Um die Zertifizierung nach EN ISO 11612 zu erhalten, müssen Schutzkleidung und -gewebe eine Reihe strenger physikalischer Prüfungen durchlaufen. Jeder Leistungscode (AF) entspricht einer spezifischen ISO-Prüfnorm. Nachfolgend finden Sie die technische Zuordnungstabelle:

LeistungsrichtlinienTestnameISO-StandardTestzweck
Code ABegrenzte FlammenausbreitungISO 15025Bewertet die Selbstverlöschungseigenschaften nach Kontakt mit einer offenen Flamme.
Code BKonvektive WärmeISO 9151Prüft die Wärmedämmung bei Flammeneinwirkung.
Code CStrahlungswärmeISO 6942Testet die Zeit bis zum Verbrennen bei Einwirkung einer starken Strahlungswärmequelle.
Code DSpritzer aus geschmolzenem AluminiumISO 9185Prüft die Beständigkeit gegen Anhaften und Durchbrennen durch geschmolzenes Aluminium.
Code ESpritzer aus geschmolzenem EisenISO 9185Prüft die Beständigkeit gegen Anhaften und Durchbrennen durch geschmolzenes Eisen.
Code FKontaktwärmeISO 12127Prüft die Schutzzeit beim Kontakt mit Objekten bei 250°C.

Detaillierte Erläuterung der Leistungscodes (AF)

Die Zahlen nach den Codes auf einem Zertifikat (1–3 oder 1–4) geben den Schutzgrad an. Höhere Zahlen bedeuten einen stärkeren Schutz. Hier die genauen Definitionen:

A: Begrenzte Flammenausbreitung (Basierend auf ISO 15025)

Dies ist die Eintrittsschwelle. Während des Tests darf der Stoff weder tropfen, einlaufen noch Löcher bekommen.

  • A1 (Oberflächenzündung): Die Flamme wurde 10 Sekunden lang direkt auf die Stoffoberfläche gerichtet.
  • A2 (Randzündung): Die Flamme wurde 10 Sekunden lang an die Unterkante des gefalteten Stoffes gehalten.

Einkaufstipp: Bei den meisten anspruchsvollen Ausschreibungen wird verlangt, dass die Stoffe sowohl die Anforderungen der Klasse A1 als auch der Klasse A2 erfüllen.

B: Konvektive Wärme (Basierend auf ISO 9151)

Hierbei wird die Zeit gemessen, die benötigt wird, um durch den Stoff zu dringen und die Temperatur eines Kalorimeters (das die Haut simuliert) um 24°C zu erhöhen (HTI 24).

EbeneHTI 24 (Sekunden)Schutzstufe
B14.0 – < 10.0Grundschutz
B210.0 – < 20.0Mittlerer Schutz
B3≥ 20.0Hoher Schutz

C: Strahlungswärme (Basierend auf ISO 6942)

Simuliert die Wärmestrahlung von Hochtemperaturquellen. Der Test misst die Zeit bis zum Erreichen der Schwelle für Verbrennungen zweiten Grades (RHTI 24) unter einer bestimmten Wärmestromdichte.

EbeneRHTI 24 (Sekunden)Typische Anwendung
C17.0 – < 20.0Allgemeine Industrie
C220.0 – < 50.0Nähe zu Wärmequellen
C350.0 – < 95.0Umgebungen mit hoher Strahlung
C4≥ 95.0Extreme Umgebungen (in der Regel ist aluminiumbeschichtetes Gewebe erforderlich)

D & E: Spritzer von geschmolzenem Metall (Basierend auf ISO 9185)

Prüft, ob geschmolzenes Metall am Gewebe haftet oder die dahinterliegende Hautsimulation beschädigt.

  • D (Stufen 1-3): Verwendet geschmolzenes Aluminium und Kryolith.
  • E (Stufen 1-3): Verwendet flüssiges Eisen.

Die Einstufung basiert auf dem Mindestgewicht (in Gramm) an geschmolzenem Metall, das erforderlich ist, um die künstliche Haut zu beschädigen. Höhere Stufen halten größeren Spritzern stand.

F: Kontaktwärme (Basierend auf ISO 12127)

Simuliert den versehentlichen Kontakt mit heißen Gegenständen bei 250°C.

  • F1: 5,0 – < 10,0 Sekunden
  • F2: 10,0 – < 15,0 Sekunden
  • F3: ≥ 15,0 Sekunden

EN ISO 11612 vs. NFPA 2112: Die wichtigsten Unterschiede

Dies ist die häufigste Frage im globalen Beschaffungswesen. Obwohl es sich in beiden Fällen um FR-Standards handelt, unterscheiden sich ihr Fokus und ihre Testlogik erheblich:

VergleichsdimensionEN ISO 11612 (EU/International)NFPA 2112 (USA/Nordamerika)
KernlogikModulare Benotung (AF) bewertet spezifische thermische Gefahren einzeln.Bestanden/Nicht bestanden-System, konzentriert sich auf den umfassenden Schutz vor Stichflammen.
Mannequin-TestOptional (ISO 13506). Nicht obligatorisch für die Zertifizierung.Obligatorisch (ASTM F1930). Erfordert eine Verbrennung von <50 % der Körperoberfläche nach einer 3 Sekunden dauernden Stichflamme.
WaschtestWird üblicherweise nach 5 oder 50 Waschzyklen getestet.Obligatorische Tests nach 100 industrielle Waschzyklen.
ZielmarktEuropa, Asien, Naher Osten, Allgemeine Industrie.USA, Nordamerika, Offshore-Ölplattformen.

EN ISO 11612 vs. EN ISO 11611: Unterschiede beim Schweißen

Viele Kunden verwechseln diese beiden Normen. Vereinfacht gesagt ist EN ISO 11612 die Norm für „Allgemeine Hitze und Flammen“, während EN ISO 11611 die Norm für „Schweißen und verwandte Verfahren“ ist. EN ISO 11611 beschreibt „spezielle Schutzausrüstung“ für Schweißer, während EN ISO 11612 „allgemeine feuerfeste Kleidung“ für industrielle Hitzegefahren beschreibt. Hier der detaillierte Vergleich:

VergleichsdimensionEN ISO 11612 (Allgemeine Wärme)EN ISO 11611 (Schweißspezifisch)
Primäre VerwendungSchutz vor Strahlungs-, Konvektions- und Kontaktwärme sowie vor großen Spritzern geschmolzenen Materials.Schutz vor Schweißen SpritzerStrahlungswärme und versehentlicher Stromschlag.
Elektrische IsolierungKeine Voraussetzung.Obligatorisch. Um einen Stromschlag zu verhindern, muss der Widerstand bei 100 V Gleichspannung > 10^5 Ω betragen.
MetallspritztestGroßer Spritzer (D/E): Tests mit großen Mengen (Gramm) geschmolzenen Metalls, die auf Stoff gegossen werden.Kleine Spritzer (Aufprall): Testet die Anzahl kleiner Tropfen, die erforderlich sind, um die Temperatur zu erhöhen.
BewertungssystemAF-Leistungscodes.Klasse 1 (Leichte Schweißarbeiten) und Klasse 2 (Schwere/Eingeschlossene Schweißarbeiten).

Abschluss: Für professionelle Schweißarbeiten reicht die Norm EN ISO 11612 allein nicht aus. Die Arbeiter müssen zusätzlich nach EN ISO 11611 zertifiziert sein, um die elektrische Isolation und den Schutz vor kleinen Schweißspritzern zu gewährleisten.

Oft übersehene Designanforderungen

Das Bestehen des Stofftests allein reicht nicht aus, um ein Kleidungsstück gemäß EN ISO 11612 zu erfüllen. Das fertige Kleidungsstück muss strenge Konstruktionsvorgaben einhalten, um Wärmestau oder das Zurückbleiben von geschmolzenem Metall zu verhindern.

  • Taschenklappen: Alle Außentaschen müssen mit Patten versehen sein, wobei die Breite der Patte die Taschenöffnung um mindestens 20 mm überschreiten muss, um das Eindringen von Funken zu verhindern.
  • Beschichtetes Metall: Reißverschlüsse, Knöpfe und andere Metallaccessoires dürfen nicht auf der Oberfläche des Kleidungsstücks sichtbar sein; sie müssen mit Stoff bedeckt sein, um Verbrennungen durch Hitzeübertragung zu vermeiden.
  • Bündchen und Säume: Um die Ansammlung von geschmolzenem Metall oder brennbaren Chemikalien zu verhindern, ist das Umschlagen der Hosenbeine nicht gestattet.

Wie wählt man zertifizierte Stoffe aus?

Die Wahl des richtigen Stoffmaterials hängt ganz von Ihren spezifischen Arbeitsbedingungen ab:

  • FR-Baumwolle: Behandelt mit Proban- oder Pyrovatex-Technologie. Kostengünstig und atmungsaktiv. Geeignet für die allgemeine Industrie (A1, B1, C1).
  • Modacryl/Baumwoll-Mischungen: Von Natur aus flammhemmend, fühlt sich weich an und bietet typischerweise gute Eigenschaften zum Schutz vor Lichtbögen.
  • Aramid (Nomex/Kevlar): Von Natur aus flammwidrig, hochhitzebeständig und hochfest. Geeignet für extreme Umgebungen wie die Petrochemie (erreicht höhere Leistungsklassen).
  • Aluminisierte Gewebe: Speziell entwickelt für Umgebungen mit hoher Strahlungswärme der Klassen C3/C4 (z. B. Arbeiten in der Nähe von Gießereiöfen).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Gewährleistet die Einhaltung der Norm EN ISO 11612 einen Schutz vor Störlichtbögen?

A: Nein. Während EN ISO 11612 die Hitzebeständigkeit und Flammbeständigkeit abdeckt, stellt der Störlichtbogen eine gesonderte Gefahr dar. Wenn Sie einen Störlichtbogenschutz benötigen, müssen Sie sicherstellen, dass das Produkt auch die folgenden Anforderungen erfüllt: IEC 61482-2 Standard und überprüfen Sie die ATPV- oder EBT-Bewertung.

F: Warum wird auf manchen Zertifikaten nur A1 und nicht A2 angezeigt?

A: Dies hängt von der gewählten Prüfung ab. A1 prüft die Oberflächenentzündung, A2 die Kantenentzündung. Manche Stoffe oder spezielle Anwendungsbereiche erfordern möglicherweise nur A1. Für eine vielseitige Einsetzbarkeit empfehlen wir jedoch die Beschaffung von Stoffen, die sowohl A1 als auch A2 bestehen.

F: Worin besteht der Unterschied zwischen EN ISO 11612 und EN ISO 14116?

A: EN ISO 14116 (ehemals EN 533) ist eine Norm niedrigerer Stufe, die sich ausschließlich auf „Begrenzte Flammenausbreitung“ bezieht. Sie beinhaltet keine Prüfungen für Konvektionswärme (B), Strahlungswärme (C) usw. Bei minimalem Risiko (nur gelegentliche Exposition) kann EN 14116 ausreichend sein; für regelmäßige industrielle Gefahren ist jedoch EN 11612 zwingend erforderlich.